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Episode 1023
Episode 1024
Geheimnis gelüftet

Wenn der Smurf im Sumpf versackt

oder: Wie das Smurf-Handbuch von WinWord mißhandelt wurde.

Episode 1023 – Der Smurf, Microsoft und Word


Nein.


Die Smurfdoku wurde nicht mit Word geschrieben.
Aber in der Dienststelle steht nur ein PC mit diesem Programm drauf – was kann ich dafür, wenn ich in der Arbeit (nicht bei der Arbeit, das ist ein Unterschied um den Arbeitgeber immer einen riesen Terz machen) am produktivsten bin?

Für die wohl meisten Leser der Jetztzeit gilt es allerdings vorher noch zu erklären, wer um Himmels willen Smurf ist. Smurf ist englisch für Schlumpf und aus einem Grund, der vor unendlich langer Zeit zwischen Raum und ebendieser verloren ging – oder gar nie existiert hat – der Name eines Grafikbearbeitungsprogramms. Dieses Programm wurde Mitte/Ende der Neunziger für ATARI-Rechner unter dem Betriebssystem TOS geschrieben. Neben der Mitprogrammierung, schrieb ich auch das Handbuch dafür – eben jenes Handbuch, um das es hier auch geht.

Mein Dank an die Macher der ATOS, die uns damals größtenteils wegen Smurf mitschreiben liessen. Das Originalrealease dieses Textes fand sich in der ATOS 1/97.

Bezeichnend ist es auch, daß ich diesen Text jetzt im Texteditor zuhause erst als kurzweilig bezeichnen darf. Denn Word hätte daraus sicher „kurzwellig“ gemacht und das möchte ich mir verbitten.

Nunja, nachdem es jetzt schon kurz vor Zwei ist, wollte ich mal eben die Fehler des Tages korrigieren und aktivierte gerade die Rechtschreibprüfung Words.
Ich weiß, es war ein Fehler. Es ist ja auch jene Rechtschreibprüfung, die nicht einmal „Microsoft“ kennt.

Aber wie konnte ich auch ahnen, daß mir derart obszöne Vorschläge gemacht werden würden?

Noch ziemlich harmlos fing alles mit dem typisch mircrosoften Vorschlag, doch „KB“ durch „GB“ zu ersetzen, an. Hm, also gut, dann heißt es eben, „Smurf ist ein Grafikkonverter für TOS und läuft ab 512 GB freiem Speicher“ eine ziemlich befremdliche Vorstellung.

Ach, ich hatte ja mitten im Satz mit der Korrektur angefangen, also von vorne.

...

Gut, nach der Korrektur des gesamten Satzes stimmt dann wieder alles, denn nun heißt es: „Sumpf ist ein Grafikkonverter für DOS und läuft ab 512 GB freiem Speicher.“
Das ist nett.


Weitere Ausschnitte gefällig?
Als ich bei der Bezeichnung für unseren lieben Freund Dale zwischen „Ale“ (Schnapsdrossel) und „Dame“ wählen durfte, hab' ich lieber „nicht ändern“ angeklickt. Denn obwohl ein gewisses Maß von beidem bei der Programmierung wünschenswert gewesen wäre, trifft es halt einfach nicht zu.

Zwar hält es Word wie wir bei unseren Programmiersessions und verhohnepipelt „Dithern“ mit „Dietern“, als „FS-Dichterling“ möchte ich unser geliebtes FS-Dithering dann aber doch nicht hingestellt wissen, denn der Dichter, der Dichter, der kriegt eins auf die Lichter.

Fast normal dürfte aber sein, daß M$ etwas gegen den Atari-Desktop hat, ihn aber gleich als „Atari-Despot“ hinzustellen ist hingegen nicht die feine englische.

Dank der Rechtschreibhilfe hat der Smurf, oder besser Sumpf, wie Words Kosename für unser Programm ja lautet, aber auch eine nette Erweiterung erfahren. Der Smurf liest jetzt nämlich „auch die gängigsten Lektor-, Rektor- und Sektorformate“, wobei besonders letzteres hochinteressant, da bisher nur Kopierprogrammen oder Fesplattentreibern vorbehalten, ist.
Lieber wäre mir aber trotzdem, wenn Smurf die Formate meiner Arztrezepte lesen könnte.
Ach ja, die gängigsten Vektorformate können nun leider nicht mehr gelesen werden, aber Ihr wißt ja bei wem Ihr Euch bedanken dürft.

Vielseitig ist Word auch. Hervorragend lassen sich nämlich Lückentexte erzeugen, wenn alle unbekannten Worte aus dem Text gestrichen werden.
Lückentexte mit seehhr vielen Textlücken.

Daß die Veröffentlichung neuer Smurf-Module nicht im Internet, sondern im „Internat“ zu erfolgen hat ist ja wohl die Höhe. Die Höhe könnte aber auch der Flakon, 0,30 l sein, zu dem Word meinen Falcon030 gemacht hat. Oder waren es die harmlosen Bedienelemente, zu denen mir Word erklärte, es seien Dinge wie Furunkel oder Ödeme?


Rückblickend (ja, schon aus, denn ich muß nach Haus) läßt sich feststellen, daß ich zwar wie geschrieben, die Fehler des Tages korrigieren lassen wollte, das aber genau der Fehler des Tages war.
Würde ich einen Testbericht für ein Magazin schreiben, wäre mein Urteil „Eine nette Spielerei für Pubertierende und Rätselfreunde, aber für Smurfanleitungen ungeeignet“.

Aber immerhin kann ich mir nun vorstellen, weshalb von Bill Gates jetzt schon in verschiedenen Publikationen als der Erfinder von BASIC, wenn nicht sogar des PC, die Rede ist.

Christian, 5.7.96
;-)



Episode 1024 – Der Smurf, Microsoft und Word


Das Grausamste das man sich vorstellen kann ...


... ist, jemanden an die Rechtschreibhilfe WfWs zu setzen – er könnte sich
totlachen.

Ich wollte wieder mal was zu Lachen haben und habe es getan, ich drückte F7 –
die Rechtschreibhilfe.

Erinnert Ihr euch an die zu Lektor- und Rektorformaten gewordenen Vektorformate (ich vergaß, mußte ich gerade sehen, den Vorschlag Viktor)?
Die Rechtschreibhilfe kommt also an den Ausschnitt „gängigsten Lektor-, Rektor-[…]“, der ist jetzt nämlich als Zitat in der Doku, und meint (ich brauche einen Snapshot, sonst glaubt mir das keiner): „Nicht im Wörterbuch: Lektor. Ändern in: Lektor. Vorschläge: Lektor, Lektors.“
Gehirnbluten sag' ich nur.

Für meinen lange gedienten MegaSTE hatte Word nur den Kommentar „magerste“
übrig – ich weiß das zu schätzen.

Außerdem fiel mir eine schon seit längerer Zeit bekannte Korrektur ein.
Denn die Struktur heißt ja gar nicht Gargamel, nein „Grabmale“ ist das Wort.

Ein paar lichte Nanosekunden hatte Word allerdings als es für Vobis das Wort „Phobie“ parat hatte.
Gleich darauf wurde mir im Eifer des Gefechts allerdings auch vorgeschlagen, wir sollten keine Demos sondern „Deos“ machen.
Allerdings glaube ich, selbst Antitranspirantien helfen hier nicht mehr gegen den Angstschweiß. Mir reicht's.

Im Einsatz war ja Word 6 – schade. Laut der Microsoft-Werbung in diversen Zeitschriften gibt es ja in Word 95 die von papyrus her bekannte AutoKorrektur während des Schreibens. Und diese „AutoKorrektur kennt mehr Tippfehler als je zuvor“ – soso, das kann ja lustig werden.


Christian, 9.7.96


Einen hab' ich noch. Der Smur..., äh Sumpf scheint Word nicht genau genug zu sein. Anstatt einen Konverter zu schreiben sollten wir nämlich „konkreter“ werden – meint Word.




Geheimnis gelüftet

Weshalb konnte uns MS-Words Rechtschreibkorrektur immer so begeistern? Weshalb wurde die Smurf-Doku dadurch nur noch schlimmer?

Nach langjähriger Forschung konnten wir nun einen Blick auf die Ursache werfen. Der Trick ist ganz einfach, wir brauchen nur das Wort Duden zu schreiben und es der Rechtschreibkorrektur vorzuwerfen. Das Ergebnis:

Unbekannt:Duden
Vorschläge:Dudeln
Dudel
Dulden
Duzen
Budeln
Juden
Luden

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letzte Änderung am 23.10.2009
© Christian Eyrich
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