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Die Motivation

Mein Wechsel von der Nikon Coolpix 990 auf die Canon 350D zog neben anderen Zwängen wie umlernen auch das Bedürfnis einer neuen Tasche nach sich. Die 350D ist eine digitale Spiegelreflexkamera und von Haus aus wenn auch nicht größer als die 990 doch zumindest anders gebaut.

Aber vor allem kommt man mit einer Linse nicht weit. Innerhalb von zwei Monaten hatte ich schon einen kleinen Linsenpark (s. u.) zusammen der untergebracht und vor allem transportiert werden will – und das sicher und bequem. Während meiner Entscheidungsfindung habe ich diverse Taschen ausprobiert und stelle hier (objektive wie subjektive) Vor- und Nachteile sowie auf den Herstellerseiten nicht zu findende Details und Fotos zur Verfügung. Vielleicht helfen die Informationen ja jemandem weiter.
Und nein, dies hier ist keine Werbeseite, die Fixierung auf eine Marke ist unten etwas erläutert.

Welche Bedingungen soll die Tasche erfüllen?

Die Objektive. Maße inklusive Objektiv- und Bajonettdeckel – eben so wie sie verstaut werden müssen. Angaben in Durchmesser x Höhe

Meine Coolpix ist in einer wie für sie maßgeschneiderten Lowepro D-Res 25 AW unterwegs und die erste Tasche für die Canon ist die Nova 1 AW von Lowepro. Beide Taschen sind sehr gut verarbeitet, bieten interessante Details (wie das All Weather Cover) und bestätigen den Ruf des Herstellers. Deshalb, weil mir die Crumpler-Taschen nicht gefallen und weil die Tamrac-Taschen hier nur schlecht zu bekommen sind, war Lowepro auch wieder meine erste Wahl. Doch so leicht sollte es leider nicht werden.

Die Kandidaten

Vorneweg: Wenn nicht anders erwähnt sind die Taschen alle aus klasse Materialien und super verarbeitet. Meine Probleme bei der Entscheidungsfindung liegen wahrscheinlich in meinen Ansprüchen.
Die Größenangaben erfolgen immer als Breite x Tiefe x Höhe bzw. Durchmesser x Höhe. Gemessen wurden die größten Ausdehnungen, manche Taschen wie der Toploader oder der Stealth Reporter haben jedoch durch die trapezförmigen bzw. ovalen Formen auch engere Stellen.

Nova 1 AW

Kandidat Nr. 1 ist die Lowepro Nova 1 AW (Maße: 19,5x10x16,5 cm (innen), 24x18x19,5 cm (außen)), meine erste Tasche für die 350D. Schöne Tasche, aber schon mit meinen ersten beiden Linsen (24–85 an der Kamera plus Sigma) fast überfordert.

Sie ist formstabil, besitzt zwei Gürtel- (bzw. Waistbelt-)Schlaufen (siehe Foto 2), Overlapping Zippers (unterhalb eines Wulstes sitzende Reißverschlüsse, siehe Foto 7), Netzaußentaschen und mehrere durch Reißverschlüsse verschließbare Taschen. Was mir nicht so gefällt ist die zum Körper hin öffnende Hauptklappe – hat man die Tasche am Körper hindert die Klappe beim freien Zugriff da sie immer zurückfällt. Weitere kleine Negativpunkte sind die Kunststoffösen für den Schultergurt und daß die Unterseite keine Verstärkung, beispielsweise durch Gummifüße, besitzt.

Die vorne aufgesetzte Tasche (siehe Foto 4) ist über einen Reißverschluß extra verschließbar, enthält mehrere (Netz-)Fächer und bietet einigen Platz. Von der Hauptklappe wird sie größtenteils bedeckt und ist so bei leichtem Regen auch geschützt. In der Vorderseite dieses Faches befindet sich das All Weather Cover (siehe Foto 5) welches bei starkem Regen von unten über die ganze Tasche gezogen werden kann (siehe Foto 6). Verstaut wirkt es außerdem als gute Polsterung für den Inhalt der Außentasche.

Der Nova 1 AW in Bildern. Das letzte Bild zeigt sie befüllt mit der Kamera samt Canon 24–85 und dem Sigma.

Nova 4 AW

Kandidat Nr. 2 ist die Lowepro Nova 4 AW (Maße: 29x15x19,5 cm (innen), 33x22x22,5 cm (außen)). Sie ist einer der großen Brüder der 1 AW und unterscheidet sich von ihr (außer in der Größe) nur durch zwei Details: andere Aufhängungen für den Schultergurt (andere Form und aus Metall, siehe Foto 2) sowie Gummifüße an der Unterseite für sichereren Stand (siehe Foto 3). Das wird wohl ab der Größe 2 so sein – schonmal zwei Negativpunkte der 1 AW abgehakt.
Die zum Körper öffnende Klappe hat jedoch die ganze Nova-Serie. Obwohl Lowepro auch Taschen ohne dieses Manko führt (die Toploader, die Rezos), ist das weit verbreitet.

Platzmäßig sieht es ziemlich gut aus, wenn auch nicht perfekt. Zumindest passt die Kamera samt aufgesetztem Objektiv (Canon 24–85 oder Tokina) rein und das jeweils andere sowie das Riesen-Sigma separat. Dazu ist noch genug Platz für einen Blitz sowie ein kleines Objektiv wie das Canon EF 50/1.8. Die Kamera kann – wenn ein kleine Objektiv aufgesetzt ist – sowohl vertikal als auch horizontal verstaut werden. Da sie in dieser Lage stabiler sitzt und am Griff auch leicht entnommen werden kann, bevorzuge ich hier die Horizontale (siehe Foto 6).

Durch die große Tiefe übt die Tasche bei Gürtelbefestigung allerdings schon eine große Kraft aus und zieht stark nach unten. Eine Möglichkeit einen Deluxe Waistbelt durchzuführen wäre hier klasse.

Die Nova 4 AW in Bildern. Bilder 4 und 5 zeigen die Tasche mit zwei verschiedenen Raumaufteilungen, Bild 6 die befüllte Tasche mit Tokina, Kamera samt Canon 24–85 und Sigma (von links nach rechts).

Off Trail 2

Kandidat Nr. 3 ist die Lowepro Off Trail 2 (Maße: 18,5x15x25 cm (innen), 20x17x29,5 cm (außen); Objektivtaschen: 9x19 cm (innen), 10x23 (außen)).

Die Off Trail ist ein modulares System aus einer Haupttasche für Kamera samt Objektiv plus zwei Sliplock-Objektivtaschen. Das hört sich gut an, kann man doch auch mal in leichter Version gehen, wenn man sicher ist nur ein Objektiv zu benötigen. Die Hauptklappe ist auch hier ein Overlapping Zipper und ist so resistent gegen Regen. Ein Beckengurt ist fest angebracht, an diesen kann zusätzlich der mitgelieferte Schultergurt eingehängt werden und so das Becken entlasten.

In der Praxis hat das System leider ein paar Nachteile. Der erwähnte Schultergurt kann auch an zwei Metallringen an der Tasche befestigt werden und die Tasche so als reine Schultertasche dienen. Nur äußert sich der fest angebrachte Beckengurt dann recht störend weil er lustig rumbaumelt (siehe Foto 4). Hier wäre eine Tasche unter dem rückseitigen Gewebe, in die man die Gurte einschieben kann, toll.

Verschließbare Außentaschen für Zubehör wie die Nova, Toploader oder Stealth Reporter bietet die Off Trail nicht. Nur vorne ein Netzfach, außen oben ein Fach mit (nicht verdecktem) und innen ein laminiertes Fach mit Reißverschluß für flaches, nicht empfindliches Zubehör sind vorhanden. Speicherkarten, Filterboxen und Akkus können aber in Fächern der Innenteiler untergebracht werden – nicht meine Lieblingslösung, aber ausreichend.

Die zu den Maßen dieser Tasche von Lowepro gemachten Aussagen stimmen nicht ganz. Sie ist genauso wie die Objektivtaschen nicht ganz so hoch wie angegeben, obige Angaben sind die korrekten. Der Innendurchmesser der Objektivtaschen ist zwar wie spezifiziert 9 cm, trotzdem passen die Objektive nur knapp rein – mit Gegenlichtblende ist es recht hart sie rein- und fast unmöglich sie wieder rauszubekommen.

Schade, die könnten noch 'nen Zentimeter weiter und dafür etwas weniger hoch sein. Auch die 25 cm der Haupttasche sind für meine Ausrüstung meistens zu viel (allerdings passt so immerhin auch mal die Kamera mit aufgesetztem Sigma rein), da wäre die Off Trail 1 interessant – blos sind deren Außentaschen noch etwas enger, die Gegenlichtblenden müßten auf jeden Fall draußen bleiben und ob die dort angegebene Höhe von 14 cm (die das Sigma ja benötigt) die reale ist, muß ich mal ausprobieren.

Also wäre ein modulares System, das auch bei der Beschaffung modular ist, schön. Und dieses findet sich in der folgenden Tasche.

Die Off Trail 2 in Bildern. Bild 6 zeigt die Tasche befüllt mit Kamera samt Canon 24–85 und dem Tokina und Sigma in je einer Objektivtasche.

Toploader 65 AW

Kandidat Nr. 4 ist der Lowepro Toploader 65 AW (Maße: 16x15x20 cm (innen), 18,5x22,5x23,5 cm (außen)) plus zwei Lens Cases (hier die des Off Trail 2) (Maße: 9x19 cm (innen), 10x23 (außen)).

Der Toploader ist eine Tasche im Holsterstil, die als Hüfttasche (mit Deluxe Waistbelt) und mit dem mitgelieferten Schultergurt als Schultertasche zu verwenden ist. Einen kleinen Punktabzug gibt es allerdings für den asymmetrischen Schultergurt. Der ist am einen Ende schöne 5 cm breit, am anderen nur halbsoviel und meinem Eindruck nach auch etwas schwächer gewebt (siehe Foto 3).

Sie verfügt über eine schön große Hauptklappe, die (Trommelwirbel) vom Körper weg zu öffnen ist – wenn sie auch leider keinen überlappenden Reißverschluß hat. Rein passt die Kamera mit aufgesetztem 24–85 oder Tokina.
Weiter besitzt die Toploader 65 AW auch eine vorne angebrachte Außentasche (siehe Foto 5), deren verfügbarer Platz jedoch durch das in der Wand untergebrachte All Weather Cover recht beschnitten wird, auch wenn dieses als Puffer gegen Stöße von vorne wirken kann.

Modular ist die Tasche mit Hilfe der seitlichen Sliplock-Schlaufen (siehe Foto 2), dort kann passendes Zubehör – beispielsweise Lens Cases – angebracht werden.
Einen Schönheitsfehler hat das System jedoch: Die Schlaufen sind auf ungefähr halber Höhe angebracht. Das führt aber dazu, daß Sliplock-Zubehör das höher als ca. 13 cm ist, unten über die Tasche raushängt (siehe Foto 4). Hinstellen ist mit für meine Objektive angehängten Taschen also nahezu unmöglich (für das Foto hatte ich mit Stützen nachgeholfen). :-(
Weiterhin wären Gurte zum Festziehen des Sliplock-Zubehörs schön gewesen. Wenn auch nicht so breite, wie beim Off Trail vorhanden, zu erwarten waren, so zeigt doch der Stealth Reporter eine sehr brauchbare Lösung.

Der Toploader 65 AW in Bildern. Bild 6 zeigt die Tasche befüllt mit Kamera samt Canon 24–85.

Stealth Reporter 200 AW

Kandidat Nr. 5 ist der Lowepro Stealth Reporter 200 AW (Maße: 23,5x17x19 cm (innen), 29,5x24,5x25 cm (außen)).

Die Tasche verfügt über zwei kräftige Ösen für den mitgelieferten Schultergurt sowie eine große Lasche (siehe Foto 2) für einen Deluxe Waistbelt (normale Gürtel gehen natürlich auch durch, lassen aber sehr viel Spiel). Auf den Seiten besitzt sie Schlaufen für Sliplock-Zubehör (siehe Foto 3) und Gurte zum Festziehen desselben.

Die angegebenen Maße für den Innenraum stimmen durch den ovalen Grundriss der Tasche leider nicht überall und so geht durchaus schonmal eine Linse weniger rein als auf dem Papier. Das Equipment ist zwar auch recht gut geschützt und vor allem von unten bietet eine stabile Platte im herausnehmbaren Innenfach extra Schutz. Trotzdem ist die Tasche recht flexibel und nicht sehr formstabil.
Für Kleinteile ist Platz zwischen Außenhaut und Innenfach, sowie in einer Außentasche mit mehreren Fächern, die leider wie die ganze Außentasche etwas eng geraten sind.

Der Stealth Reporter sah im Katalog wirklich interessant aus. In der Realität ist es aber die Tasche die mir am wenigsten zusagt. Der Grund liegt nicht nur beim üblichen Problem der zum Körper hin öffnenden Hauptklappe (da es keine ausgesprochene Hüfttasche ist, ist das ja erklärbar) oder der fehlenden Formstabilität (die auch als Vorteil gesehen werden kann um mal mehr reinzuquetschen). Vor allem der im Deckel eingebarbeitete Reißverschluß ist meiner Meinung nach eher ein Schwachpunkt als eine Stärke. In der Theorie bietet er schnellen Zugriff auf den Inhalt ohne die Tasche aufklappen zu müssen. Aber obwohl etwas verdeckt angebracht, befürchte ich leichtes Eindringen von Regen durch den Reißverschluß – die Tasche kommt zwar mit All Weather Cover, aber gemäßigten Regen halten die anderen Taschen auch so ab.
Durch die erwähnte Öffnung ist es auch nicht leicht, die Kamera zu entnehmen, mit Batteriegriff wäre es wahrscheinlich sogar unmöglich. Linsen zum Auswechseln zu entnehmen oder zurückzustecken geht zwar, ist deren Platz aber vorne links oder rechts, ist auch das wieder umständlich.

Und als letztes überrascht es etwas, daß der Handgriff nicht mit Karabinerhaken, sondern über Schlaufen an den seitlichen Ösen angebracht ist. Abnehmen und Ansetzen dauert so seine Zeit. Und zumindest Abnehmen würde zumindest ich den Handgriff bald wollen, da er das Öffnen der Hauptklappe behindert (siehe Foto 3).

Der Stealth Reporter 200 in Bildern. Die letzten drei Bilder zeigen sie befüllt mit der Kamera und den Objektiven wobei Bild 5 den Zugriff durch den Reißverschluß im Deckel illustriert.

Havanna Mini Carrier

Kandidat Nr. 6 ist der Cullmann Havanna Mini Carrier (Maße: 21x12,5x30 cm (innen), 23,5x16x33 cm (außen)). Ich weiß, das ist ein Rucksack und weder von oben zu befüllen noch an der Hüfte zu tragen. Aber er ist sehr günstig (um 20 €) und war den Versuch wert – ist allerdings nicht so meine Sache.

Der Mini Carrier ist für den Preis wirklich gut verarbeitet. Allerdings hakte der Reißverschluß schon beim ersten Öffnen und die Stabilität ist doch etwas gering. Vom Platz her bekam ich im zweiten Anlauf alle Kombinationen unter, ebenso ist noch Platz für Blitz und ein weiteres kleines Objektiv (siehe Fotos 5–7).

Praktisch ist das Fach auf der Rückseite in dem sich die unten abnehmbaren Träger unterbringen lassen wenn der Rucksack am Handgriff getragen wird (siehe Foto 3).

Der Mini Carrier in Bildern. Die letzten drei Bilder zeigen ihn mit je einer Linse aufgesetzt (Reihenfolge Tokina, Sigma, Canon 24–85) und den anderen beiden verstaut.

Fazit

Entweder bin ich zu schwierig, oder dem Hersteller fehlt das letzte Quentchen Genialität. Eine Meckerseite soll das hier genausowenig sein (obwohl es mir schon selbst fast so vorkommt) wie die oben verneinte Werbeseite. Aber was mir missfällt, schreibe ich auch – vielleicht bewahrt es manchen Leser, sich eine der Taschen zu kaufen und später über dieses oder jenes Detail zu ärgern. Wem die erwähnten „Mißstände“ nichts ausmachen, darf sie gerne ignorieren.

Alle Taschen haben einige geniale Features, aber eine, die in allen Lagen perfekt wäre, ist nicht dabei obwohl es machbar wäre. Mich beschleicht der Verdacht, der Kunde soll mehrere Taschen kaufen müssen – je eine pro Anwendung.

Ach ja, obwohl das hier kein Wiki ist, soll es auch kein Monolog sein. Also bitte fleissig mailen wenn es Fragen und/oder Anregungen zum oben geschriebenen/gezeigten gibt.

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gepostet am 30.10.2005, letzte Änderung am 23.10.2009
© Christian Eyrich
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